Skitouren-Stöcke · Testmagazin 2022
Techtalk mit Thomas Roiser, KOMPERDELL
CEO · Heftseite 39
Wer ist Thomas Roiser? CEO von KOMPERDELL über Skitourenstöcke
Thomas Roiser ist CEO von KOMPERDELL und bringt persönliche Bergerfahrung in die Entwicklung neuer Produkte ein. Bereits als Kind war er mit seiner Familie beim Skifahren und Tourengehen unterwegs. Im Interview für das BACKLINE Testmagazin 2022 erläutert er die Entwicklungsschwerpunkte des Unternehmens bei Skitourenstöcken.
Im Mittelpunkt stehen für Roiser sichere, mit Handschuhen bedienbare Verschlüsse, verlängerte Griffzonen für Traversen und steile Passagen sowie geringes Gewicht bei ausreichender Stabilität, Funktionalität und Ergonomie. Der neue Tourengriff soll die Verstellung gängiger Steighilfen erleichtern. Den Eisflankenteller beschreibt er als Sicherheitsgewinn auf steilen, eisigen Hängen. Neue Produkte müssen seiner Ansicht nach einen konkreten Mehrwert für Nutzer bieten; konkrete Materialentwicklungen für die nächsten zehn Jahre lässt er offen.
Laut Roiser haben sich die Verkäufe von Skitourenstöcken in den Jahren 2020 bis 2022 mehr als vervierfacht. Als Gründe nennt er das breite Sortiment, die Ausstattung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. KOMPERDELL fertigt in Mondsee; die lokale Produktion und langjährige Partnerbeziehungen sieht er als Gründe dafür, dass das Unternehmen zum Interviewzeitpunkt nicht von Lieferengpässen betroffen war. Technisch sieht Roiser keine unterschiedlichen Anforderungen zwischen Männern und Frauen. Für Jugendliche erkennt er dagegen Entwicklungsbedarf und verweist auf den 2022 erstmals angebotenen Junior-Tourenstock.
Welche Schwerpunkte setzt Komperdell aktuell bei der Entwicklung von neuen Skitourenstöcken und warum?
Wir achten extrem darauf, dass wirklich alle Tourenstöcke die Features haben, die ein Tourenstock braucht. Ein Tourenstock braucht einfach einen extrem sicheren Verschluss, der sich auch mit Handschuhen leicht und komfortabel bedienen lässt. Komperdell ist eine verlängerte Griffzone wichtig, da man in Traversen und kurzen, steilen Passagen den Stock einfach oft einmal kürzer greifen muss. Unser neuer Tourengriff ermöglicht auch eine leichte Verstellung der meisten gängigen Steighilfen. Das Gewicht ist für uns ein weiteres Kernthema – notwendige Stabilität, Funktionalität und Ergonomie vorausgesetzt. Außerdem ist der Eisflankenteller gerade in steilen, eisigen Hängen und Flanken ein echter Sicherheitsgewinn.
Welches Wachstum hat Komperdell in den letzten Jahren im Bereich der Skitourenstöcke verbuchen können und worauf ist es zurückzuführen?
Skitouren war in den letzten Jahren sicherlich das erfreulichste Segment in unserem Winterprogramm. In den Jahren 2020, 2021 und 2022 haben sich unsere Verkäufe in diesem Segment mehr als vervierfacht. Das liegt an einer Vielzahl an Gründen. Unser Programm gehört zu den komplettesten, deckt alle Segmente des Tourengehens ab und die Stöcke verfügen über alle sinnvollen Features. Wir fertigen weiterhin in Mondsee und haben strengste Umweltauflagen und sind trotzdem in der Lage, unsere Produkte zu einem sehr guten Preis-/ Leistungsverhältnis anzubieten.
Ist Komperdell von Materiallieferengpässen betroffen und falls ja, welche Konsequenzen entstehen daraus?
Glücklicherweise betrafen und betreffen uns die Lieferengpässe, von denen man so viel und oft hört, überhaupt nicht. Dies liegt sicher auch an der Tatsache, dass wir aufgrund von ethischen und ökonomischen Gründen vor Ort produzieren und als familiengeführtes Unternehmen auf gestandene und gute Beziehungen zu langfristigen Partnern zurückblicken können.
Wie wird ein Skitourenstock in 10 Jahren aussehen?
Ganz ehrlich, heute kann ich noch nicht genau sagen, was sich im Rohstoff- und Materialbereich in den kommenden Jahren tun wird. Ein neues Produkt macht nur dann Sinn, wenn es Mehrwerte für den Nutzer bringt. Zwar schwer vorstellbar, aber ich bin mir sicher, dass in 10 Jahren sogar die KomperdellStöcke besser sein werden, als die heutigen.
Wird im Bereich der Skitourenstöcke eine Ausdifferenzierung in Richtung geschlechtsspezifischer Modelle erwartet?
Mit technischen Features eigentlich nicht, da sehe ich keinerlei unterschiedliche Anforderungen zwischen Männern und Frauen. Bei der Jugend schaut das schon ganz anders aus. Da muss man etwas tun, und wir haben dieses Jahr auch erstmalig einen Junior-Stock im Programm. Ich sehe das Segment der Jugendlichen im Tourenskilauf durchaus wachsen und bin der Meinung, dass von Seiten des Equipments – sei es Stock, Ski oder Schuh – durchaus noch mehr für die Jugend getan werden könnte und sollte.

