BACKLINE Magazin
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Skitouren-Ski · Testmagazin 2023

Techtalk mit Tom Suesskoch, ARMADA

Global Brand Director · Heftseite 71

Wer ist Tom Suesskoch? Global Brand Director bei ARMADA

Tom Suesskoch ist Global Brand Director bei ARMADA und lebenslanger Skifahrer. Über Kalifornien und Zürich kam er 2012 nach Innsbruck, wo er das europäische ARMADA-Headquarter etabliert hat und verantwortet. Im BACKLINE-Testmagazin 2023 erläutert er die Entwicklung von Skitouren-Ski, die Konzeption der Locator-Kollektion und Kriterien für die Ausrüstungswahl.

Suesskoch erwartet, dass Tourenski weiterhin leichter und zugleich fahrstärker werden. Neben verfeinerten, auf unterschiedliche Fahrstile abgestimmten Shapes sieht er vor allem bei Rohstoffen Potenzial für Innovationen. Die Locator-Kollektion entstand laut Suesskoch nach zwei Jahren konzentrierter Entwicklung mit einem klaren Tourenfokus statt eines Allround-Ansatzes. Sie richtet sich an Menschen, die viel auf Tour unterwegs sind und verlässliche Abfahrtseigenschaften suchen. Als Konstruktionsmerkmale nennt er einen längeren Radius, flacheren Camber, ein carbonverstärktes Chassis sowie gezielt platzierte Titanal- und Carbonlagen zur Abstimmung der Torsionssteifigkeit.

Beim Kauf empfiehlt Suesskoch, Ski, Bindung und Schuhe als gesamtes Setup zu betrachten. Entscheidend seien die persönlichen Anforderungen: direkte Kraftübertragung und Stoßabsorption bei abfahrtsorientierter Nutzung oder Geheffizienz, einfache Mechanismen und Benutzerfreundlichkeit bei ausgewogener Gewichtung von Aufstieg und Abfahrt. Geschlechtsspezifische Tourenski entwickelt ARMADA bewusst nicht. Maßgeblich sind stattdessen Körpergröße, Fahrniveau, Fahrstil und Bedingungen; die Locator-Kollektion bietet zwei Farbpaletten.

Tourenski wurden in den letzten Jahren leichter und oft auch stabiler. Wird zukünftig dieser Trend andauern?

Ich sehe diesen Trend als anhaltend an. Besonders die Shapes der Ski wurden unter Berücksichtigung der Fahrstile verfeinert. Das größte Potenzial für Innovation sehe ich zur Zeit bei den Rohstoffen. Unsere Zulieferer arbeiten unermüdlich an Materialinnovationen, die es uns ermöglichen, die Grenzen zu verschieben. Viele der Produkte, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind, sind wirklich bemerkenswert. Sie sind leicht und bieten im Vergleich zu früheren Modellen deutlich bessere Fahreigenschaften.

Welche Schwerpunkte setzt Armada zur Zeit im Bereich der Entwicklung von neuen Tourenski Modellen?

Wir haben letzte Saison unsere Locator-Kollektion auf den Markt gebracht. Für uns ein neuer, kompromissloser Ansatz, für alle, die einen Großteil ihrer Saison beim Touren verbringen und trotzdem einen Ski haben wollen, auf den sie sich bei der Abfahrt voll und ganz verlassen können. Extrem spannend sind dabei für uns momentan all die Erkenntnisse, die wir bei der Locator Entwicklung gewonnen haben, und jetzt langsam auch in andere Kollektionen integrieren.

Was sollte man sich vor dem Kauf eines neuen Tourenskis persönlich überlegen? Worüber sollte man sich klar werden?

Beim Kauf neuer Tourenski ist nicht unbedingt der Ski selbst das Entscheidende, sondern das gesamte Setup. Touring/ Freetouring bedeutet für jeden etwas anderes, und es ist entscheidend, die Ausrüstung an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wenn du hauptsächlich in Skigebieten unterwegs bist, wo der Aufstieg eher Mittel zum Zweck ist und du bei Abfahrten gerne ans Limit gehst, dann werden Bindungen und Schuhe interessant für dich sein, die eine direkte Kraftübertragung ermöglichen und auf das Absorbieren von Stößen ausgerichtet sind. Wenn du hingegen hauptsächlich im freien Gelände unterwegs bist und Aufstieg und Abfahrt für dich einen ähnlichen Stellenwert haben, wirst du dich wahrscheinlich mehr für die Effizienz beim Gehen, einfache Mechanismen und die allgemeine Benutzerfreundlichkeit deines Setups interessieren. Sobald dies geklärt ist, wird es einfacher, herauszufinden, welches Touren-Setup am besten zu dir passt.

Machen geschlechtsspezifische Skimodelle im Skitouren Bereich einen Sinn oder ist viel Marketing dabei?

In den letzten Jahren haben wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt und uns bewusst dagegen entschieden, geschlechtsspezifische Tourenski zu entwickeln. Unsere Tourenski sind für unterschiedliche Körpergrößen, Fahrniveaus, Fahrstile und Bedingungen konzipiert, dein Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Allerdings bieten wir die Locator Kollektion in zwei verschiedenen Farbpaletten an, und hoffen, dass da für jeden etwas dabei ist.

Die neue Locator Kollektion überzeugt in allen Klassen. Worauf führst Du es zurück?

Ich denke unsere Erfolgsformel für die Locator Kollektion besteht darin, dass wir uns 2 Jahre lang voll und ganz auf dieses Projekt konzentriert haben. Bei früheren „Touring“ Modellen waren wir immer auf der Suche nach dem perfekten Allrounder, mit dem Ergebnis, dass sie in keiner spezifischen Kategorie wirklich herausstechen. Mit der Locator Serie haben wir uns das Ziel gesetzt, kompromisslos den für uns besten Tourenski zu entwickeln und dieser Fokus hat sich ausgezahlt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei immer in der Kombination verschiedener Komponenten. Ein längerer Radius, um dem Ski ein „surfiges“ Feeling zu verleihen. Ein flacherer Camber, um Wendigkeit und Auftrieb in verschiedensten Bedingungen zu gewährleisten. Ein mit Carbon verstärktes Chassis für den idealen Flex, nicht zu soft aber dennoch leicht. Ein harmonisch angepasster Sidecut und strategisch platzierte Titanal und Carbonlayer, mit der wir die Torsionssteifigkeit feinjustieren.

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