Skitouren-Stöcke · Testmagazin 2023
Techtalk mit Simon Allwein, BCA
Sales- und Marketing Coordinator Europe · Heftseite 61
Wer ist Simon Allwein? Sales- und Marketing Coordinator Europe bei BCA
Simon Allwein arbeitet bei Backcountry Access (BCA) als Sales- und Marketing Coordinator Europe. Der Snowboarder ist mit dem Splitboard unterwegs und lebte zehn Jahre in Revelstoke, British Columbia. Dort sammelte er umfangreiche Erfahrung auf Splitboard-Touren im Backcountry. Im BACKLINE Testmagazin 2023 erläutert er, welche Skitouren-Stöcke zu unterschiedlichen Anforderungen passen.
Zweiteilige Stöcke empfiehlt Allwein Skifahrern, die variable Stocklängen schätzen, und Tourengehern, die ihre Stöcke beim Aufstieg nicht verstauen müssen. Dreiteiler eignen sich seiner Einschätzung nach besonders für Splitboarder sowie für Touren mit Kletterstellen, weil sie sich kompakt zusammenschieben lassen. Faltstöcke empfiehlt er ebenfalls für Skitouren und Splitboarding sowie für ambitionierte Bergaktivitäten im Sommer, bei denen Stöcke an technischen Passagen im Rucksack verschwinden sollen. Beim Kauf zählen für ihn die individuellen Nutzungspräferenzen sowie Verarbeitung, Steifigkeit, Gewicht, Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie.
Für die Weiterentwicklung von Tourenstöcken wünscht sich Allwein einfache Bedienung und Belastbarkeit; Optimierungspotenzial sieht er bei Verstellsystemen und Griffen. Carbon beschreibt er als leicht, Aluminium als stabil; auch Kombinationen haben sich bewährt. Die Schäfte alter BCA-Stöcke aus 7075-Aluminium können laut Allwein recycelt werden. Titan habe sich als Stockmaterial bislang nicht etabliert.
Wem würdest du für Skitouren einen Zwei- oder einen Dreiteiler empfehlen, wem einen Faltstock?
Zweiteiler: traditionelle Skifahrer, die eine verstellbare Stocklänge für verschiedene Ski- und Geländetypen mögen. Auch für Skitourengeher geeignet, die ihre Stöcke beim Aufstieg nicht im oder am Rucksack verstauen müssen. Dreiteiler: für Skitourengeher und vor allem Splitboarder, die die Stöcke auf eine kurze Länge zusammenschieben wollen, um sie im Rucksack zu verstauen, z.B. beim Abfahren für Splitboarder oder bei Skitouren mit Kletterstellen, bei denen man die Hände frei haben muss und die Stöcke am Rucksack ohne zu stören befestigt werden können. Faltstöcke: für Skitouren und vor allem Splitboarding, wobei man die Stöcke zusammenklappen können sollte, um sie im Rucksack zu verstauen, beim Splitboarding für die Abfahrt. Ich empfehle die Faltstöcke auch allen, die auch im Sommer viel und ambitioniert in den Bergen unterwegs sind und diese bei entsprechenden technischen Stellen im Rucksack verräumen.
Worauf soll ein Kaufinteressent beim Kauf neuer Tourenstöcke achten?
Die Stockart Auswahl sollte jeder nach den eigenen Nutzungs-Präferenzen auswählen. Die Qualität der Verarbeitung, Steifigkeit, Gewicht, Benutzerfreundlichkeit und Ergonomie spielen natürlich für jeden zu anderen Anteilen eine andere wichtigere oder zu vernachlässigende Rolle.
Können und werden die Materialien der alten BCA Stöcke recycelt?
Ja, die Aluminium Schäfte (aus 7075 Aluminium) können recycelt werden.
Welche Innovationen erwartest du und wünschst dir zukünftig im Bereich der Tourenstöcke?
Grundsätzlich wünsche ich mir von Tourenstöcken, dass sie einfach zu bedienen sind, und dass sie was aushalten. Ich erwarte also, dass zum Beispiel die Verstellsysteme und Griffe optimiert werden. Bei vielen Marken sieht man verlängerte (Schaumstoff)-Griffe. Als Stock-Materialien haben sich Carbon (leicht) und Aluminium (stabil) bzw. eine Kombination beider bewährt. Es wurde auch mit Titan experimentiert, was sich bisher aber nicht etablieren konnte.

