Skitouren-Bindungen · Testmagazin 2023
Techtalk mit Stefan Burki, FRITSCHI
Vertrieb und Marketing · Heftseite 117
Wer ist Stefan Burki? Vertrieb und Marketing bei FRITSCHI
Stefan Burki ist bei FRITSCHI im Vertrieb und Marketing tätig. Im Interview für das BACKLINE Testmagazin 2023 berichtet er von über 20 Jahren im Unternehmen. Skifahren begleitet ihn seit seiner Kindheit; später kamen das Fahren abseits der Piste und Skitouren hinzu. Seine berufliche Erfahrung verbindet er mit seiner Leidenschaft für den Schneesport.
Bei der Auswahl einer Skitouren-Bindung stehen für Burki die individuellen Ansprüche und Fähigkeiten im Mittelpunkt. Er fragt nach Tourengebieten, Lieblingstouren, der Gewichtung von Aufstieg und Abfahrt sowie den verwendeten Skischuhen und Skiern. Als prägende Entwicklungen nennt er die Low-Tech-Pin-Bindung, die Fritschi Diamir von 1995 und die Vipec von 2013 mit Seitwärtsauslösung vorne und Frontalauslösung hinten. Die zentrale Entwicklungsaufgabe sieht er darin, Performance und Sicherheit mit möglichst geringem Gewicht zu verbinden. Auch Schneeansammlungen an der Bindung seien ein wichtiges Konstruktionsthema.
Laut Burki werden die Einzelteile der Fritschi-Bindungen in der Schweiz hergestellt und in Reichenbach von Hand montiert. Nicht mehr reparierbare Bindungen werden dort bereits recycelt. Zum Interviewzeitpunkt erwägt das Unternehmen, dieses Konzept auszuweiten.
Welche Fragen würdest Du als „Verkäufer“ von Fritschi Bindungen einem Interessenten stellen, um ihm das richtige Produkt von Fritschi zu empfehlen?
So vielfältig das Skitourengehen ist, so unterschiedlich sind auch die Anforderungen an die Bindungen und ihre Funktionalität. Die Bindung muss mit den Ansprüchen und Fähigkeiten harmonieren und mit moderner Ausrüstung perfekt funktionieren. Um das passende Modell herauszufinden, würde ich folgende Fragen stellen: Wo sind Sie während der Saison auf Skitour? Welches sind Ihre Lieblingstouren? Worauf legen Sie den Fokus, den Aufstieg, die Abfahrt, auf beides? Mit welchen Skischuhen und welchen Skiern sind Sie unterwegs?
Welche Entwicklungen im Bereich der Tourenbindungen betrachtest du rückblickend als revolutionär und welche technischen Entwicklungen erwartest du zukünftig?
Aus meiner Sicht stehen zwei Systeme, welche ganz unterschiedliche Bedürfnisse abdecken, im Vordergrund. Auf der einen Seite die vor fast 40 Jahren von Fritz Bartl für den leichten Aufstieg entwickelte, von Dynafit hergestellte Pin-Bindung «Low-Tech». Bis heute findet diese Technologie Anwendung bei den meisten Pin-Bindungen. Auf der anderen Seite die legendäre Diamir von Fritschi, welche 1995 die Abfahrts- und Sicherheitstechnik der Alpinbindungen in eine vollwertige Tourenbindung integrierte. Mit der innovativen Übertragung des Konzeptes der Alpinbindungen mit Seitwärtsauslösung vorne und Frontalauslösung hinten, hat Fritschi 2013 mit der Vipec eine zuverlässige Auslösung auch bei Pin-Bindungen möglich gemacht. Abgesehen von den ultraleichten Bindungen fürs Skibergsteigen geht es aktuell in jedem Segment darum, die Vorteile beider Systeme zu vereinen, also bestmögliche Performance und Sicherheit bei einem Minimum an Gewicht zu bieten.
Das Gewicht der Bindungen spielt für einen Teil der Skitourengeher eine wichtige Rolle. Sowohl das Produktdesign, als auch die verwendeten Materialien haben einen gewissen Einfluss auf die Haftung / Ansammlung des Schnees an der Bindung. Hat Fritschi dieses Thema auf dem Schirm?
Das Gewicht ist für alle Tourengeher ein wichtiger Faktor bei der Auswahl der Bindung. Schließlich geht es jedoch darum, die bereits angesprochenen individuellen Bedürfnisse zu erfüllen. Diese bestimmen bei Fritschi für jedes Modell die technische Ausführung, die eingesetzten Materialien und selbstverständlich das Design. Schnee ist ein ständiger und treuer Begleiter auf Skitour, deshalb ist ihm auch die entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen. Das kann dazu führen, die Bindung auch einmal von Schnee zu befreien. Selbstverständlich ist die angesprochene Ansammlung von Schnee ein wichtiges Thema bei unseren Konstrukteuren.
Wo werden Fritschi Bindungen gefertigt und woher stammen die genutzten Materialien?
Die Einzelteile von Fritschi Bindungen werden in der Schweiz hergestellt und bei uns in Reichenbach von Hand zu fertigen Bindungen montiert, also Swiss Made vom Konzept bis zum Produkt.
Sind die Materialien der Fritschi Bindungen recycelbar, gibt es für alte Bindungen ein Programm dafür oder bestehen Überlegungen ein solches Programm aufzusetzen?
Bei uns in Reichenbach werden nicht mehr reparierbare Bindungen bereits recycelt. Wir überlegen uns, dieses Konzept auszuweiten.

