LVS-Geräte · Testmagazin 2023
Techtalk mit Bostjan Sodja, PIEPS
Softwareentwickler · Heftseite 135
Wer ist Bostjan Sodja? Softwareentwickler bei PIEPS
Bostjan Sodja ist Softwareentwickler bei PIEPS und war zum Zeitpunkt des BACKLINE-Testmagazins 2023 seit zehn Jahren im Unternehmen tätig. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung der PIEPS-App für LVS-Geräte. Als leidenschaftlicher Skifahrer und Freerider nutzt er Lawinenausrüstung auch selbst auf Tour.
Im Interview erklärt Sodja die Unterschiede zwischen der PRO- und der POWDER-Serie. Die PRO-Geräte bieten in der Regel mehr Reichweite, längere Batterielaufzeit und Zusatzfunktionen wie SCAN für die koordinierte Suche im Rettungsteam. Die POWDER-Serie setzt auf einfachere Bedienung und bietet grundlegende Suchfunktionen einschließlich Markierung. Beide Serien lassen sich über Bluetooth mit der PIEPS-App verbinden, um Einstellungen zu verwalten, Firmware zu aktualisieren und die Verschüttetensuche zu üben. Für Trainings können gekoppelte Sender ferngesteuert und deren sendende Antennen ausgewählt werden, ohne die vergrabenen Geräte erneut auszugraben.
Weitere Themen sind die elektronische Sonde iProbe BT mit akustischer und optischer Signalanzeige im unmittelbaren Nahbereich eines Senders sowie der Neigungswinkelmesser 30°Plus XT. Diesen nutzt Sodja auf Skitouren, um seine Einschätzung der Hangsteilheit zu trainieren.
Pieps steht als Synonym für LVS Geräte. Ihr unterscheidet zwischen Geräten für Profis und für jedermann. Wo liegen die Unterschiede der Modelle?
Bei PIEPS bieten wir sowohl LVS-Geräte für Profis (PRO Serie) als auch für jedermann (POWDER Serie) an. Die Hauptunterschiede liegen in der Leistungsfähigkeit und den erweiterten Funktionen der Geräte für Profis. Geräte der PRO Serie bieten in der Regel eine höhere Reichweite und längere Batterielaufzeit, sowie zusätzliche Funktionen wie etwa die SCAN Funktion, um im Ernstfall eine koordinierte Suche mit einer mehrköpfigen Rettungsmannschaft zu ermöglichen. Unsere Geräte aus der POWDER Serie zeichnen sich durch eine etwas einfachere Bedienung aus, sind etwas günstiger und bieten dennoch alle grundlegenden Funktionen für eine effektive Verschüttetensuche, inklusive Markierfunktion. Sowohl unsere PRO als auch unsere POWDER Geräte haben Bluetooth, für eine einfache Verwaltung der Einstellungen, Aktualisieren der Firmware und das unterstützte Üben der Verschüttetensuche mittels PIEPS App.
Die Pieps-App bietet mehrere Trainingsszenarien, um das Verhalten im Ernstfall zu verbessern. Wie funktioniert es?
Die Pieps-App mit ihrer Update und Trainingsfunktion ist ein wertvolles Tool, um das Verhalten im Ernstfall zu verbessern und die Suche nach Verschütteten zu trainieren. Die App ermöglicht es, gekoppelte Geräte aus der Ferne mittels Bluetooth zu steuern und dabei auszuwählen, ob die X oder Y Antenne des verschütteten Geräts senden soll. Somit muss das beim Training vergrabene Gerät nicht extra ausgegraben werden und der / die Suchenden können nicht einfach den Fußspuren im Schnee des vorherigen Trainingslaufs folgen. Mit bereits 2 Geräten lassen sich somit 8 verschiedene Szenarien kreieren, mit 3 vergrabenen Geräten sogar 26 verschiedene Szenarien. Ebenso bietet die App auch Vorgaben, wie sich Mehrfach-Verschütteten-Szenarien gut aufbauen lassen, um auch kritische Fälle zu üben, bei denen die Sender in ungünstigen Positionen liegen.
Pieps bietet eine elektronische Sonde mit akustischer und optischer Trefferanzeige. Wie funktioniert diese?
Die elektronische Sonde von PIEPS, „iProbe BT“ ist ein innovatives Werkzeug zur Lawinensuche und eignet sich besonders für Anfänger, die nicht sicher sind wie sich ein „Sondentreffer“ anfühlt. Sie verfügt ähnlich wie ein LVS über eine Antenne in der Spitze und ist mit einer akustischen und optischen Trefferanzeige ausgestattet. Wenn die Sonde auf ein Signal einer verschütteten Person im unmittelbaren Nahbereich trifft, gibt sie ein akustisches Signal ab und eine LED-Anzeige leuchtet auf, um den Rettern anzuzeigen, dass sie die Position des Verschütteten erreicht haben. Dies erleichtert und beschleunigt die Suche auch bei Tiefenverschüttungen und Rettung von Lawinenopfern erheblich.
Den PIEPS 30°Plus XT kann man an jedem Stock leicht befestigen, das kleine Gerät ist ein elektronischer Neigungswinkelmesser und zeigt die Außentemperatur an. Nutzt Du es selber?
Ich verwende den 30° Plus XT auf meinen Skitouren gerne und versuche damit auch meine Einschätzung über die Steilheit des Geländes zu trainieren. Er ist mein persönlicher Tipp als kleines Weihnachtsgeschenk für Skitourenfreunde und Freerider.

