BACKLINE Magazin
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Skitouren-Felle · Testmagazin 2024

Techtalk mit Walter Muheim, MONTANA SPORT INTERNATIONAL AG

Abteilungsleiter Steigfelle · Heftseite 117

Wer ist Walter Muheim? Abteilungsleiter Steigfelle bei MONTANA

Walter Muheim leitet seit 2013 die Abteilung Steigfelle bei der MONTANA SPORT INTERNATIONAL AG. Seit seinem Einstieg 2009 arbeitete er zunächst vier Jahre in der Logistik und Fellproduktion. Der begeisterte Wintersportler verbindet Kenntnisse aus der Herstellung von Skihaftfellen mit praktischer Erfahrung, die er in die Produktentwicklung einbringt.

Im Interview für das BACKLINE-Testmagazin 2024 erläutert Muheim Materialwahl, Hafttechnologien und Pflege von Skitouren-Fellen. Mohair von der Angoraziege bleibt für ihn wegen seiner Gleit- und Steigeigenschaften der Maßstab. MONTANA bietet reine Mohairfelle, Montamix mit 65 Prozent Mohair und 35 Prozent Nylon sowie reine Nylonfelle an. Dabei stehen Gleitleistung, Haltbarkeit und Einsatzbedingungen in unterschiedlichem Verhältnis. Als technische Entwicklungen nennt er Ski-Clamp, Split-Clamp und die FUSIONTEC-Hafttechnologie mit abwaschbarer Haftschicht.

Muheim beobachtet eine zunehmende Nachfrage nach leichten, robusten Materialien und verbesserten Klebesystemen. Die durchschnittliche Lebensdauer der Felle beziffert er auf etwa drei Winter, abhängig von Modell, Schneeverhältnissen und Pflege. Nasse Felle sollten gründlich getrocknet und vor Wärmequellen sowie Schmutz geschützt gelagert werden. Zur Nachhaltigkeit verweist er auf den Verzicht auf PFCs, Mohair aus artgerechter Tierhaltung und regelmäßige Lieferantenbesuche. Diese Angaben beschreiben MONTANAs Ansatz bei Materialbeschaffung und Herstellung.

Wie hat sich die Entwicklung der Skifelle im Laufe der Jahre verändert und welche Innovationen haben den größten Einfluss bei Montana gehabt?

Das Mohair der Angoraziege hat sich als unübertroffenes Material für Skifelle etabliert, dank seiner hervorragenden Gleit- und Steigeigenschaften. Trotz intensiver Bemühungen, Alternativen zu entwickeln, bleibt Mohair der Maßstab für Skifelle. Technische Innovationen in der Textilindustrie haben leichtere, wasserabweisende Felle hervorgebracht. Montana hat mit Lösungen wie der Ski-Clamp und Split-Clamp neue Maßstäbe gesetzt, die einen sicheren Halt der Felle garantieren. Besonders hervorzuheben ist die FUSIONTEC-Hafttechnologie, die auch bei extremen Temperaturen zuverlässig haftet und eine innovative, abwaschbare Haftschicht bietet. Diese Technologie ermöglicht eine mühelose Reinigung von Schmutz und Wachsrückständen und stellt die Haftkraft wieder her.

Welche verschiedenen Arten von Skifellen bietet Montana an?

Montana bietet Skifelle in drei verschiedenen Qualitäten an: 100% Mohair, Montamix (65% Mohair, 35% Nylon) und 100% Nylon. Das 100% Mohair Fell ist die erste Wahl für den Skitourenrennsport, speziell entwickelt für Leichtigkeit und Geschwindigkeit. Das Mohair Allround Fell richtet sich an Skitourengeher, die auf hervorragende Gleiteigenschaften auch bei niedrigen Temperaturen Wert legen. Der Bestseller, das Montamix Fell, kombiniert die Vorzüge von Mohair und Nylon und überzeugt durch Langlebigkeit sowie stabile Steigeigenschaften. Das Nylonfell bietet extreme Robustheit und ist ideal für nassen Altschnee, was es zu einer ausgezeichneten Wahl für herausfordernde Bedingungen macht.

Welche Trends und Entwicklungen beobachtet Montana derzeit?

Aktuell beobachten wir einen klaren Trend zu leichten und robusten Materialien, die das Gewicht von Skifellen reduzieren und entscheidende Vorteile beim Aufstieg bieten. Die Forschung konzentriert sich zunehmend auf synthetische Fasern, die leistungsstark und pflegeleicht sind. Dennoch bleibt Naturhaar, insbesondere Mohair, wegen seiner hervorragenden Gleiteigenschaften hochgeschätzt. Zudem gewinnt der Trend zu nachhaltigen und umweltfreundlichen Materialien an Bedeutung. Auch die Nachfrage nach verbesserten Klebesystemen, die eine bessere Haftung bieten und gleichzeitig leicht zu entfernen sind, steigt. Montana reagiert auf diese Entwicklungen durch kontinuierliche Innovationen und Anpassungen in der Produktentwicklung.

Wie lange sollten Montana-Skifelle typischerweise halten und welche Pflegeempfehlungen geben Sie?

Die Lebensdauer von Skifellen hängt stark vom jeweiligen Modell und den Schneeverhältnissen ab. Bei weichem Neuschnee ist der Abrieb der Fellhaare geringer als bei hartem, gefrorenem Altschnee, was die Lebensdauer beeinflusst. Ein Skifell aus 100% Mohair, bekannt für seine weiche Faser, bietet zwar hervorragende Gleiteigenschaften, hat jedoch eine kürzere Lebensdauer im Vergleich zu robusten Nylonfellen. Im Durchschnitt halten die Skifelle etwa drei Winter, können jedoch bei guter Pflege auch noch weitere Saisons genutzt werden. Um die Lebensdauer zu maximieren, sollten nasse Felle nach der Tour gründlich getrocknet und in der Felltasche vor Wärmequellen und Schmutz geschützt aufbewahrt werden. Für eine optimale Wasserabweisung und erstklassige Gleiteigenschaften bietet Montana das Glide Plus und Imprägnierwachs an, das die Stollenbildung bei schwierigen Schneeverhältnissen verhindert und die Performance der Felle steigert.

Welche Schritte unternimmt Montana, um sicherzustellen, dass ihre Skifelle umweltfreundlich und nachhaltig hergestellt werden?

Um die Verträglichkeit für Umwelt und Mensch zu maximieren, setzt Montana bei der Herstellung ihrer Felle bewusst auf Nachhaltigkeit. Wir verzichten auf umweltschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien (PFCs), ohne dabei unsere hohen Ansprüche an Funktionalität und Performance zu kompromittieren. Unsere Felle bieten weiterhin erstklassige Steigfähigkeit und exzellente Gleiteigenschaften – ganz ohne Abstriche. Besonders wichtig ist uns auch die Herkunft der Rohstoffe. Unsere Mohairwolle stammt von Angoraziegen, die unter artgerechten Bedingungen gehalten werden. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Lieferanten und besuchen diese regelmäßig vor Ort, um uns persönlich von der Transparenz und Umweltverträglichkeit unserer Produktionskette zu überzeugen. So gewährleisten wir, dass unsere Felle nicht nur technisch auf höchstem Niveau, sondern auch ethisch und ökologisch unbedenklich sind.

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