BACKLINE Magazin
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Skitouren-Ski · Testmagazin 2021

Techtalk mit Florian Frießnegg, KÄSTLE

Head of Product Management (Alpine & Nordic) · Heftseite 47

Wer ist Florian Frießnegg? Head of Product Management bei KÄSTLE

Florian Frießnegg ist im BACKLINE Testmagazin 2021 als Head of Product Management für Alpine & Nordic bei KÄSTLE vertreten. Er wurde im Herzen der Alpen geboren und wuchs dort auf. Als staatlich geprüfter Skilehrer und Skiführer verbindet er seine berufliche Arbeit mit praktischer Erfahrung im Skisport. Im Interview spricht er über Tourenski, Materialentwicklung und die Nachfrage im Skitourenmarkt.

Zu seinen privaten Tourenski gehören der KÄSTLE TX93 in 186 cm und der TX103 in 189 cm. Den TX93 beschreibt Frießnegg als Allrounder für unterschiedliche Bedingungen und Touren: von vergletscherten Passagen im hochalpinen Gelände bis zu Abfahrten auf der Piste. Bei der Entwicklung sieht er die Balance zwischen Gewicht und Abfahrtsleistung als zentrale Aufgabe. Besonders in steilen, harschigen Passagen sei das leichteste Material nicht automatisch die beste Wahl.

Das größte Innovationspotenzial verortet Frießnegg in der Nachhaltigkeit. Zudem berichtet er aus der Entwicklung, dass dunkle Skioberflächen eher Schneeansammlungen begünstigen; KÄSTLE verwendet bei Tourenmodellen deshalb überwiegend helle Farben. Aus den damaligen Verkaufszahlen leitet er eine hohe Nachfrage nach Mittelbreiten um 90 mm in den Alpen ab, weil solche Ski viele Einsatzbereiche abdecken.

Wieviel Tourenski – welche Modelle – hast du im Keller?

Da sind es dann – beruflich bedingt – doch einige Ski, die bei mir während der Saison im Keller stehen. Die Anzahl meiner privaten Modelle hält sich jedoch in Grenzen. Dazu gehört der TX93 in 186 cm und der TX103 in 189 cm.

Welchen Tourenski setzt du im Winter am meisten ein?

Das hängt ein bisschen von den Bedingungen und der gewählten Tour ab. Grundsätzlich ist der TX93 für mich der Allrounder – egal ob im hochalpinen Gelände vergletscherte Passagen zu bewältigen sind oder für gemütliche Turns auf der Piste. Für mich ist der TX93 einer der vielseitigsten Tourenski.

Welche Innovationen würdest du zukünftig im Tourenski-Bereich sehen?

Die Ausgewogenheit zwischen Performance und Gewicht steht ohne Zweifel im Fokus von allen Herstellern. Dank der Verwendung von speziellen Materialien und innovativen Technologien wurde das Verhältnis von Performance und Gewicht in den letzten Jahren optimiert. Ambitionierte Tourengeher wissen, dass das leichteste Material nicht unbedingt Spaß macht, wenn es eine 40–50 Grad steile und harschige Passage mit Absturzgefahr zu bewältigen gilt. Das Gewicht der Ski wird in Zukunft sicherlich noch Thema sein, doch irgendwann stößt man an physikalische Grenzen, wenn es um optimale Downhill-Performance geht. Das größte Innovationspotential liegt im Bereich Nachhaltigkeit. Aber wie wäre es zum Beispiel mit einem kompostierbaren Ski oder mit einer E-Unterstützung beim Aufstieg?

Welchen Tipp hast du für unsere Leser, um die nervigen Schneeansammlungen beim Aufstieg an der Oberfläche der Ski zu vermeiden?

In der Entwicklung haben wir festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit wesentlich größer ist, Schnee auf dem Ski zu haben, wenn die Oberfläche des Skis schwarz bzw. dunkel ist. Ein Mitgrund, warum wir bei unseren Tourenmodellen überwiegend helle bzw. weiße Farben verwenden. Zusätzlich gibt es bereits diverse Produkte auf dem Markt wie „Anti Stick Sprays“, die die Schneehaftung minimieren sollen. Mein Tipp: am besten nicht zu viel auf den Ski runterschauen und die Landschaft genießen bzw. objektive Gefahren im Auge behalten – Konzentration aufs Wesentliche. Zudem schadet ein bisschen zusätzliches Trainingsgewicht ja nicht.

In welchem Tourenski-Segment erwartest du in kommenden Jahren das größte Wachstum?

Der aktuelle „Boom“ im Skitouren Bereich ist enorm, egal ob bei Pistentouren am Abend mit kühlem Feierabendbier, als Fitnessprogramm am Freitagnachmittag oder klassisch eine 1-Tages-Skitour mit Gipfelerlebnis. Es entstehen die verschiedensten Gruppierungen, die wir als Hersteller in Zukunft bedienen werden. Ableitend vom jetzigen Verkauf kann ich sagen, dass Mittelbreiten um die 90 mm in den Alpen sehr gefragt sind, da eben mit einem Ski die meisten Einsatzbereiche abgedeckt werden. Sport und Bewegung in der Natur hat in der letzten Zeit, speziell während der Pandemie, immens an Bedeutung gewonnen und die Verbindung mit der Natur bzw. das Thema Nachhaltigkeit ist so präsent wie noch nie.

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