Skitouren-Felle · Testmagazin 2022
Techtalk mit Michael Hankl, DYNAFIT / POMOCA
Marketing Manager Deutschland/Österreich · Heftseite 77
Wer ist Michael Hankl? Marketing Manager bei DYNAFIT und POMOCA
Michael Hankl wird im BACKLINE Testmagazin 2022 als Marketing Manager Deutschland/Österreich für DYNAFIT und POMOCA vorgestellt. Er gehört seit 2017 zum Team der Skitourenexperten und ist im Winter auch privat meist auf Tourenski in den Bergen unterwegs. Im Interview erläutert er Auswahl, Zuschnitt, Pflege und Haltbarkeit von Skitouren-Fellen.
Für den Fellkauf sind laut Hankl das Erfahrungsniveau und der genaue Einsatzbereich entscheidend. POMOCA unterscheidet die Kategorien RACE, CLIMB und FREE. Hankl nennt das Climb 2.0 für aufstiegsorientierte Touren in sanftem Gelände, das Climb Pro S-Glide für lange alpine Touren und das Climb Pro Mohair für sehr kalten Schnee. Für Freerider beschreibt er das Free 2.0 als Allrounder und das Free Pro 2.0 als leichte, klein packbare Variante für lange Touren.
Beim Zuschnitt betont Hankl die genaue Übereinstimmung mit den Skikanten. Für die Pflege empfiehlt er regelmäßige Kleberkontrollen sowie vor der Einlagerung 24 Stunden offenes Trocknen bei Raumtemperatur und anschließend kühle, trockene Lagerung. Rund 200.000 Höhenmeter nennt er als mögliche Lebensdauer, nicht als Pauschalwert: Schneeverhältnisse, Fellzusammensetzung und Körpergewicht beeinflussen den Verschleiß.
Welches Skifell ist für wen geeignet, welche Fragen sollten vor dem Kauf neuer Felle gestellt und beantwortet werden?
In unserem durchdachten Sortiment an Steigfellen ist für jeden Tourengeher das passende Modell dabei. Pomoca entwickelt Felle für ambitionierte Weltmeister im Skibergsteigen bis hin zum Einsteiger. Auch für Freerider bieten wir unterschiedliche Steigfelle an, die sich bei Athleten wie Jérémie Heitz, Eric „Hoji“ Hjorleifson, Eva Walkner oder Jackie Paaso etabliert haben. Aber zurück zum Kauf und was es zu beachten gilt. Die erste Frage, die man sich stellen muss, ist, ob man Anfänger oder Fortgeschrittener ist. Das zweite wichtige Kriterium ist der exakte Einsatzbereich. Wir unterscheiden nach RACE, CLIMB und FREE und bieten speziell für diese drei Kategorien entwickelte Steigfelle an. Ganz konkret ist im aufstiegsorientierten Tourenbereich für sanftes Terrain das Pomoca Climb 2.0 die beste Wahl, weil es bei geringem Gewicht hervorragende Allround-Eigenschaften aufweist. Wer höher hinaus will und lange Touren in alpinen Bedingungen plant, ist mit dem Climb Pro S-Glide gut beraten, weil es ausgezeichnet gleitet und das Stollen äußerst wirkungsvoll verhindert. Für sehr kalten Schnee, z.B. in Kanada, haben wir das Climb Pro Mohair entwickelt. Für abfahrtsorientierte Tourengeher und Freerider ist das Fell Free 2.0 der Allrounder, der immer zuverlässig funktioniert. Für Freerider, die viel und auf langen Touren unterwegs sind, empfehlen wir das Free Pro 2.0, es ist sehr klein packbar und leicht im Gewicht.
Was sollte man beim Zuschneiden der Felle beachten?
Das wichtigste beim Zuschneiden ist, dass der Schnitt mit den Skikanten genau übereinstimmt. Bei unseren Steigfellen ist ein Schneider inkludiert. Bei richtiger Anwendung erhält man den perfekten Schnitt.
Wie sollte man die Felle pflegen?
Das A und O beim Steigfell ist der Kleber. Man sollte regelmäßig prüfen, ob der Kleber noch stabil hält. Nach dem Aufstieg klebt man die Pomoca-Felle in der Mitte gefaltet direkt mit den Klebeflächen aufeinander. Wenn ein weiterer Aufstieg ansteht, packt man die Felle unter die Jacke und behält sie am Körper. Für die Einlagerung lässt man die Steigfelle 24 Stunden lang offen bei normaler Raumtemperatur trocknen und verwahrt sie dann in einem kühlen, trockenen Raum. Man sollte außerdem darauf achten, dass kein Teil des Klebers der Luft ausgesetzt ist, um Staub auf dem Kleber zu vermeiden. Bei guter Pflege halten die Steigfelle mehrere Jahre.
Wie viele Höhenmeter / Skitouren kann ein gut gepflegtes Fell im Durchschnitt aushalten, bevor es wahrscheinlich aussortiert werden muss?
Auf diese Frage gibt es keine Pauschalantwort. Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel beanspruchen Schneeverhältnisse, Eis und Kunstschnee ein Fell deutlich mehr als Neuschnee. Bei guten Verhältnissen ist die Lebensdauer viel höher. Ich würde sagen, ein Fell sollte um die 200.000 Höhenmeter aushalten können. Die Zusammensetzung des Fells spielt auch eine wesentliche Rolle. Ein Nylonfell hält fast ewig, ein Rennfell wird nach wenigen Einsätzen ausgetauscht. Das Körpergewicht des Tourengehers wirkt sich auch auf die Haltbarkeit der Felle aus. Schwere Skifahrer nutzen die Felle schneller ab.

