Der letzte Winter war etwas Besonderes. Die umfassenden Schließungen von Skigebieten aufgrund der Corona-Pandemie brachten viele Novizen zum Skitourengehen, „lokal statt global“ war durch die Erschwerung des Reisens angesagt. Wie erhofft und erwartet, reduzierte sich dadurch die Anzahl der Skiunfälle im organisierten Skiraum – in Österreich zum Beispiel von durchschnittlich rund 6.000 pro Winter auf etwa 700. Interessant, dass trotz des boomenden Skitourengehens die Zahl der auf Skitour Verunfallten von durchschnittlich ca. 500 auf moderate 600 stieg. Eine gute Nachricht für die Skitouren-Industrie. Aber vielleicht eher eine schlechte Nachricht für eingefleischte Skitouren-Enthusiasten? Sind nun auf vielen Touren Massenaufläufe zu befürchten?
Die Frage ist berechtigt, die Antwort wird man erst in kommenden Jahren geben können. Die Mode-Touren werden – wie bereits seit Jahren – wohl noch seltener mit Einsamkeit glänzen. Die verordnete Besinnung auf das Lokale brachte vielen, die bevorzugt die Einsamkeit und unverspurte Hänge suchen, wohl auch eine Teillösung für dieses so oft diskutierte sogenannte „Problem“. Wer seine Hausberge sehr gut kennt, weiß, wo er an guten Tagen hingehen muss, um das einsame Walhalla zu finden. Ein Erfahrungsschatz, den man nur über Jahre aufbauen kann und der von den „alten Hasen“ auch sehr vertraulich behandelt wird.
Einsteiger sind gut beraten, dem einem oder anderen „alten Mentor“ zu folgen. Nicht auf Instagram, sondern durch die echten, tiefen Spuren im Neuschnee. Wie wichtig diese Mentoren auch für einen Topstar der Backcountry-Szene wie „Hoji“ waren, kann man neben anderen tollen Geschichten in dieser Ausgabe nachlesen. Mit mehr Wissen und Sicherheit in den Tiefschnee – pragmatisch und praktisch, sofern man fündig wird.
Ihnen allen einen schneereichen und sicheren Winter. Und herzlichen Dank an alle, die diese elfte Ausgabe von BACKLINE ermöglicht haben.